Europa Regina (lateinisch für ‚Königin Europa‘) nennt man eine anthro­pomor­phe Land­karte des europä­ischen Konti­nents in der Gestalt einer Königin mit den Reichs­klein­odien. Das Motiv kombi­niert die meist nach Westen aus­gerich­tete kartogra­phische Dar­stellung des Konti­nents mit der figür­lichen Dar­stellung der Königs­tochter Europa aus der griechi­schen Mytho­logie. Der Typus ent­stand in der ersten Hälfte des 16. Jahr­hunderts als sicht­bares Argu­ment für eine Ver­eini­gung Euro­pas, die der Kaiser schaffen sollte. Varian­ten der Karte wurden als mnemo­techni­sche Hilfs­mittel genutzt, um sich die Topo­graphie Euro­pas besser ein­prägen können. Unter Karto­graphen blieb der Typus bis weit ins 18. Jahr­hundert popul­är. Im Typus der Europa Regina hat der Konti­nent Europa stets die Gestalt einer Dame im Hof­kleid, die durch die Reichs­krone in Form der karo­lingi­schen Bügel­krone, den Reichs­apfel und das Reichs­zepter als Herrsche­rin aus­gezeich­net wird. Die Land­karte wird nach Westen aus­gerich­tet, so dass Spanien das Haupt und Portugal die Krone bilden. Frank­reich und das Heilige Römi­sche Reich stellen den Ober­körper dar mit Alpen und Rhein als schmücken­dem Hals­gehänge. Das Herz der Königin liegt im Original in Böhmen. Das lange Gewand umfasst meist Ungarn, den Balkan, „Sarmatia“, Polen, Litauen, Livland und Bulga­rien. Die Donau fungiert in vielen Fas­sungen als schmückende Leibkette. – Mehr erfahren …