Das heute als Der Schildkrötenerzieher bekannte, 1906 fertiggestellte und in Paris ausgestellte Gemälde des osmanischen Malers Osman Hamdi Bey gilt als das berühmteste Gemälde in der Türkei. Bei seiner Erstausstellung in Paris trug es den Namen L’homme aux tortues (Der Mann mit den Schildkröten), seinen heute geläufigen Namen erhielt das Bild erst nach dem Tod des Malers. 1907 fertigte Hamdi Bey eine zweite, kleinere Version des Motivs an, die jedoch bis heute weniger Beachtung gefunden hat. Das Gemälde von 1906 befindet sich seit 2004 im Pera-Museum in Istanbul, nachdem es für rund 3,5 Millionen US-Dollar als teuerstes Gemälde der Türkei ersteigert wurde. Hamdi Bey hat sich beim Bild Der Schildkrötenerzieher möglicherweise von einem auf einer japanischen Gravur basierenden Druck, der 1869 in der französischen Zeitschrift Le tour du monde abgebildet war, inspirieren lassen. Diese Abbildung Charmeur de tortues von L. Crépon stellt einen Mann dar, der Schildkröten mit seiner Trommelmusik „beschwört“. Hamdi Bey reichte sein Bild, das im Malstil als Hommage an die französische Salonmalerei gilt, beim Salon des artistes français ein, wo es 1906 erstmals ausgestellt wurde. 1907 wurde das Bild in Berlin ausgestellt. – Mehr erfahren …