Ferrocen ist eine metall­organische Verbindung mit der Halb­struktur­formel [Fe(C5H5)2]. Es handelt sich um einen orange­farbenen Fest­stoff mit campher­artigem Geruch, der in vielen organischen Lösungs­mitteln löslich ist. Die Verbindung ist sehr stabil. Luft, Wasser und starke Basen greifen sie nicht an, und sie lässt sich ohne Zersetzung hoch erhitzen. Der Komplex gehört zur Klasse der Metallocene und besteht aus zwei aromatischen Cyclopentadienyl­liganden, die mit einem zentralen Eisen­atom verbunden sind. Aufgrund der parallelen Anordnung der Liganden wird Ferrocen als Sand­wich­verbindung bezeichnet, ein Begriff, der heute allgemein für die Gruppe dieser Verbindungen verwendet wird. Ferrocen und seine Derivate finden Anwendung in Bereichen wie der Sensorik, der Katalyse und der Medizin, und sie lassen sich zu Polyferrocenen polymerisieren, einer Klasse von Ferrocen enthaltenden, temperatur­stabilen Polymeren. Seine hohe thermische Stabilität ermöglicht die Synthese einer großen Vielfalt von metall­organischen Flüssig­kristallen. Die Ferrocen-Synthese und die Untersuchung der Struktur sowie der chemischen Eigen­schaften, seiner Analoga und Derivate, spielten eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der metall­organischen Chemie. – Mehr erfahren …