Der Taiwan-Konflikt ist der Streit nach dem Bürger­krieg (1927–1949) zwischen der Volks­republik China (Festland) und der Repu­blik China (Taiwan) über den Status der Insel Taiwan, der zu Taiwan gehörenden Inseln sowie weiterer Inseln. Nachdem die Kommu­nisti­sche Partei Chinas im chinesi­schen Bürger­krieg die Herr­schaft über Fest­land­china errungen und dort die Volks­republik ausge­rufen hatte, zogen sich 1949 die unter­lege­nen Kuomintang, welche die Republik China regier­ten, auf die Insel Taiwan zurück. Obwohl die Volks­republik China Taiwan somit nie kontrol­lierte, betrach­tet die kommu­nisti­sche Regie­rung auch die Insel als „unab­trenn­baren Bestand­teil des chinesi­schen Territo­riums“. Beide Regie­rungen erhoben zunächst An­spruch auf das Recht der inter­nationa­len Allein­vertre­tung Gesamt-Chinas, den Peking ab 1971 bis heute auf­recht­erhält. In den 1950er Jahren wurde der Taiwan-Konflikt zeit­weise militä­risch ausge­tragen, ab den 1980er Jahren folgte ein Prozess der allmäh­lichen Annähe­rung, der haupt­säch­lich auf wirt­schaft­lichen Interes­sen basierte. Im Novem­ber 2015 trafen sich Xi Jinping und der taiwanische Präsident Ma Ying-jeou in Singa­pur. Das histo­rische Treffen sollte der „fried­lichen Entwick­lung der Bezie­hungen“ dienen. Seit der Wahl von Präsi­dentin Tsai Ing-wen im Jahr 2016 geht die Republik China wieder zuneh­mend auf Distanz zum Fest­land. Xi drohte bereits mehr­fach offen eine „militäri­sche Erobe­rung“ an, um alle „separa­tisti­schen Bewe­gungen“ zu stoppen. Seit 2019 drangen wieder­holt Kampf­flug­zeuge der chinesi­schen Streit­kräfte in die taiwa­nische Luft­verteidi­gungs­zone ein, zudem hält die Volks­republik regel­mäßig Militär­übungen in der Taiwan­straße ab. – Mehr erfahren …