Die Geschichte der Stadt Gaza bis 1949 umfasst rund 3400 Jahre fast kontinuierlichen urbanen Lebens. Gaza (arabisch غزة Ghazza, DMG Ġazza), die größte Stadt in den Palästinensischen Autonomiegebieten, gehört damit zu den ältesten Städten der Welt. Seit hellenistischer Zeit gewann Gazas Zugang zum Mittelmeer an Bedeutung. In spätantiker und frühbyzantinischer Zeit exportierte Gaza neben den Fernhandelsgütern der Weihrauchstraße einen im wasserreichen und fruchtbaren Umland der Stadt angebauten Qualitätswein. In der römischen Kaiserzeit gab es in Gaza einen vitalen Kult des Stadtgottes Marnas und anderer paganer Gottheiten. Das Christentum fasste hier nur schwer Fuß. Noch im 6. Jahrhundert pflegten die mittlerweile christianisierten Eliten Gazas die antiken städtischen Traditionen. In der frühislamischen Zeit und unter Kreuzfahrerherrschaft bleibt die Stadtgeschichte Gazas blass. Dagegen war die Mamlukenherrschaft (1260–1516) eine Blütezeit Gazas, die durch repräsentative Bauten und Inschriften auch stadtbildprägend war. Die Bevölkerung war nun mehrheitlich muslimisch mit einer größeren christlichen Minderheit und kleineren jüdischen und samaritanischen Minderheiten. Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt an der Palästinafront 1917 evakuiert und in drei Schlachten um Gaza durch britisches Bombardement erheblich zerstört.
Im Zuge des Krieges in Israel und Gaza seit 2023 wurden zahlreiche Gebäude in der Stadt Gaza von den Israelischen Verteidigungsstreitkräften stark beschädigt oder völlig zerstört. – Mehr erfahren …