Der Isenheimer Altar des Antoniterklosters in Isenheim (heute in Colmar ausgestellt) ist das Hauptwerk von Matthias Grünewald und zugleich ein Hauptwerk deutscher Malerei. Er zählt zu den bedeutendsten Kunstschätzen des Elsass bzw. der Oberrheinregion. Seine Entstehungszeit ist unsicher; vermutet wird die Zeit zwischen den Jahren 1506 und 1515. Die Skulpturen und das Schnitzwerk, das dem Altar eine Höhe von insgesamt acht Metern gab, stammen vermutlich von Niklaus von Hagenau, mit Ausnahme der künstlerisch weniger wertvollen Predella, die die Signatur eines „S. Beichel“ trägt. Es handelt sich um einen sogenannten Wandelaltar mit drei Schauseiten. Die erste Schauseite zeigt die Kreuzigung Christi. Bis 1793 befanden sich die Tafeln in der Kirche in Isenheim. Zwei Kommissare der jungen Französischen Republik ließen die Gemälde und die Skulpturen der dritten Schauseite dann in die Distriktshauptstadt Colmar transportieren, um eine sicherere Aufbewahrung der Gemälde sicherzustellen und sie vor dem Vandalismus in der Nachrevolutionszeit zu schützen. Das Schnitzwerk verblieb in Isenheim und ist seit 1860 verschwunden. Die drei Schauseiten stehen heute getrennt in Colmar im Musée d’Unterlinden. 2022 wurde die achte und letzte Restaurierung der Tafeln abgeschlossen. – Mehr erfahren …