Arsen­organi­sche Verbin­dungen sind eine Stoff­gruppe der organi­schen Chemie. Sie umfasst Verbin­dungen, die mindes­tens eine Kohlen­stoff-Arsen-Bindung enthal­ten. Arsen ist in den aller­meisten Fällen drei- oder fünf­bindig. Eine wichtige Unter­klasse an Verbin­dungen sind die Arsane, bei denen das drei­wertige Arsen bis zu drei organi­sche Reste trägt sowie zum Teil Wasser­stoff- oder Halogen­substi­tuenten. Daneben sind die Arsin­oxide als Oxi­dations­pro­dukte der Arsane, die Arson­säuren und Arsinsäuren als orga­nische Oxo­säuren des Arsens und die fünf­wertigen Arsorane relevant. Die ersten Organo­arsen­verbin­dungen wurden bereits im 18. Jahr­hundert herge­stellt, aller­dings wurde erst Mitte des 19. Jahr­hunderts ihre Struktur aufge­klärt. In der ersten Hälfte des 20. Jahr­hunderts hatten Organo­arsen­verbin­dungen mehrere wichtige Anwen­dungen, vor allem in Medizin und als chemi­sche Kampf­stoffe. Das synthe­tische Medika­ment Salvar­san wurde Anfang des 20. Jahr­hunderts ent­deckt und brachte einen Durch­bruch bei der Behand­lung der Syphilis. Diese und andere Organo­arsen­verbin­dungen wurden über Jahr­zehnte medizi­nisch einge­setzt, bis sie durch die Ent­deckung des Peni­cillins in den 1940er-Jahren weit­gehend verdrängt wurden. Heute haben Organo­arsen­verbin­dungen aus gesund­heit­lichen und Umwelt­schutz­gründen nur noch wenige Anwen­dungen. Einzelne Verbin­dungen werden aber noch als Pesti­zide sowie in Medizin, Tier­medizin und Analytik verwendet. – Mehr erfahren …