Jean-Philippe Rameau (getauft 25. September 1683 in Dijon; † 12. September 1764 in Paris) war ein französischer Komponist, Cembalovirtuose, Organist und Musiktheoretiker. Als Sohn eines Organisten wirkte er nach einer Studienreise bis zu seinem 40. Lebensjahr vorwiegend als Organist in verschiedenen französischen Kirchen. Im Zuge der Vorbereitung seines ersten theoretischen Werks, der Harmonielehre Traité de l’harmonie, siedelte er 1722 endgültig nach Paris über, wo er lange Zeit im Palast des Generalsteuereinnehmers Alexandre Le Riche de La Pouplinière lebte und wirkte. In seinen Cembalowerken geht Rameau von den feinen Texturen und der Eleganz François Couperins aus, erweitert aber die satztechnischen und harmonischen Mittel. Das eigentliche Ziel seines kompositorischen Schaffens war die Tragédie en musique, die große tragische Opernkomposition in der Nachfolge Jean-Baptiste Lullys, an die er sich erst im Alter von 50 Jahren wagte. Hier wertete er die Rolle des Orchesters auf, erhöhte die Kontraste und verwirklichte seine Idee, dass die Melodik in der Harmonik verwurzelt sei, die zudem den Ausdruck der Musik in stärkerem Maße als zuvor bestimmt. In seinen theoretischen Texten führt Rameau im Sinne der Aufklärung eine komplizierte empirische Musikpraxis auf ein Naturprinzip zurück, das er basse fondamentale nennt. Den Grundton des Akkords erklärt er mit der Unterteilung der Saite am Monochord. Die Dissonanz hält die Akkorde zusammen und sorgt für die Bewegung der Musik. – Mehr erfahren …