Alberto Giacometti (* 10. Okto­ber 1901 in Borgonovo; † 11. Januar 1966 in Chur) war ein Schweizer Bild­hauer, Maler und Grafiker der Moderne, der seit 1922 haupt­sächlich in Paris lebte und arbeitete. Giacometti gehört zu den bedeu­tendsten Bild­hauern des 20. Jahr­hunderts. Sein Werk ist vom Kubismus, Surrealis­mus und den philoso­phischen Fragen um die condition humaine sowie vom Exis­tentia­lismus und von der Phäno­meno­logie beein­flusst. Um 1935 gab er die surrea­listischen Arbeiten auf, um sich den „Kompo­sitio­nen mit Figuren“ zu widmen. In der Nach­kriegs­zeit entstanden Giacomettis bekann­teste Werke; in den extrem langen, schlanken Skulpturen führte er seine neue Distanz­erfahrung nach einem Kino­besuch aus, in der er den Unter­schied zwischen seiner Seh­weise und jener der Foto­grafie und des Films erkannte. Mit seiner subjektiven Seh-Erfahrung schuf er die Plastik nicht als körper­hafte Nach­bildung im realen Raum, sondern als „ein imaginäres Bild […] in ihrem gleich­zeitig realen und imagi­nären, greif­baren und unbetret­baren Raum“. Giacomettis maleri­sches Œuvre war anfangs ein kleinerer Teil seines Werks. Nach 1957 trat die figura­tive Malerei gleich­berech­tigt neben die Skulptur. Seine fast mono­chrome Malerei der Spät­zeit ist keiner Stil­form der Moderne zuzurechnen. – Mehr erfahren …