Das Mineral Schörl ist ein häufig vor­kommendes Ring­silikat aus der Turmalin­gruppe mit der idealisierten chemischen Zusammen­setzung NaFe2+3Al6(Si6O18)(BO3)3(OH)3(OH). Schörl ist anhand äußerer Kenn­zeichen nicht von anderen dunklen Turmalinen wie Fluor-Schörl, Oxy-Schörl, Povondrait, Bosiit, Ferro-Bosiit oder eisen­reichen Draviten oder Elbaiten zu unterscheiden. Sie kristallisieren mit trigonaler Symmetrie und bilden schwarze, oft gut aus­gebildete, prismatische Kristalle von wenigen Zentimetern Größe, die in seltenen Fällen über einen Meter lang werden können. Die Prismen­flächen zeigen oft eine deutliche Streifung in Längs­richtung. Im Dünn­schliff zeigt Schörl einen sehr starken Pleochroismus von blass gelblich-braun nach intensiv gelb-braun. Wie alle Minerale der Turmalin­gruppe ist Schörl stark pyro­elektrisch und piezo­elektrisch. Typ­lokalitäten sind die Seifen in Fluss­sedimenten des sächsisch-böhmischen Erz­gebirges, die seit dem 12. Jahrhundert von ein­gewanderten Berg­leuten aus dem Fichtel­gebirge abgebaut wurden. Hier tritt Schörl zusammen mit Zinn­stein auf. – Mehr erfahren …