Georg Wernher, auch Georg Werner (* um 1490, spä­tes­tens 1497 in Patschkau (Paczków), Fürstentum Neisse, Schlesien; † Sommer 1556 in Eperies (Prešov), Oberungarn, Königliches Ungarn) war ein unga­rischer Renaissance-Hu­ma­nist, Burg­präfekt, Statt­halter, Finanz­beamter, Dip­lo­mat, latei­nisch-altgrie­chischer Dichter und Wasser- und Heil­was­ser­be­schrei­ber schlesischer Herkunft. Er gilt als heraus­ragende Per­sön­lich­keit des Renaissance-Huma­nismus in Ostmittel­europa. Als Kammer­rat legte er den Grund­stein der 1567 begrün­deten Zipser Kammer, einer der beiden könig­lichen Güter- und Finanz­kammern im habs­burgischen Teil des durch Bürger­krieg und Osmanische Beset­zung drei­ge­teilten König­reichs Ungarn. Als Diplo­mat handelte vorwiegend er, zeitweilig durch Gebietstausch, die Wieder­vereinigung des westlich-nördlichen Teils der Habsburger mit dem östlichen Teil Sieben­bürgen aus. Georg Wernher ver­fasste als Hydrograph (Wässer­beschreiber) die europa­weit erste mittel­alterlich-neu­zeitliche, für damalige Verhältnisse chemisch-geologisch und medizinisch systematisierte Beschreibung von vielen Heilquellen und Wassern. Er gilt als Vater der Balneologie (Bäder­heilkunde) in der Slowakei. Er beschrieb auch als einer der ersten die Zementation im Vitriolverfahren des Kupfer­bergbaus und erwähnte nebenbei Beweise, dass Gesteine nicht seit der biblischen Schöpfung bestanden haben können, über 200 Jahre bevor sich diese Erkenntnis wissen­schaftlich durchsetzte. – Mehr erfahren …