Merycoidodon ist eine ausgestorbene Gattung der Paarhufer innerhalb der ebenfalls erloschenen Familie der Merycoidodontidae. Die Gruppe wird häufig den Schwielensohlern zugerechnet. Die Gattung lebte vom ausgehenden Mittleren Eozän bis zum Oberen Oligozän vor etwa 38 bis 30 Millionen Jahren. Das Verbreitungsgebiet lag im heutigen Nordamerika. Es sind zahlreiche vollständige Skelette der Tiere bekannt. Eine der bedeutendsten Fundregionen ist die White-River-Gruppe in den Badlands der US-amerikanischen Bundesstaaten South Dakota, Nebraska und Wyoming. Fossilreste liegen aber vom südlichen Kanada bis in das südliche Mexiko vor. Es handelt sich um schafsgroße Tiere, im äußeren Erscheinungsbild zeigten sie Ähnlichkeiten zu heutigen Schweinen. Besondere Charakteristika finden sich in dem kräftigen Körperbau mit langem Schwanz. Die Beine waren ebenfalls robust und endeten vorn in fünf, hinten in vier Zehen. Das Gebiss war vollständig bezahnt, auffälligerweise bestand ein großer oberer Eckzahn, dessen Gegenstück sich im unteren ersten Prämolar fand. Aufgrund der hohen Anzahl an Funden wird vermutet, dass Merycoidodon in Herden lebte. Den Gesteinsschichten zufolge, in denen die Fossilreste eingelagert sind, bevorzugten die Tiere Waldlandschaften. Die Nahrung bestand höchstwahrscheinlich aus weicher Pflanzenkost, was nicht nur die Abnutzungsspuren auf den Zähnen, sondern auch Isotopenanalysen unterstreichen. Möglicherweise lag auch ein geschlechtsspezifischer Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Individuen vor, der in der Ausprägung des Gebisses ersichtlich wird. – Mehr erfahren …