Die sogenannten Beyköy-Texte bezeichnen eine Gruppe hieroglyphischer und keilschriftlicher Inschriften in luwischer Sprache. Mit Ausnahme der 1889 von William Mitchell Ramsay beschriebenen hieroglyphenluwischen Trachytinschrift Beyköy 1 aus dem 13. Jahrhundert v. Chr., die im Gebiet des Ortes Beyköy in Kleinasien, etwa 34 km nördlich von Afyonkarahisar, entdeckt wurde, wird angenommen, dass es sich bei den Texten um moderne Fälschungen handelt. Vorgebliche Abschriften hieroglyphenluwischer Kalksteininschriften, bezeichnet als Beyköy 2–4, sowie angebliche Übersetzungen keilschriftlicher Bronzetafeln stammen aus dem Nachlass des 2012 verstorbenen britisch-niederländischen Prähistorikers James Mellaart. Nach seinen handschriftlichen Aufzeichnungen seien die Inschrift HL Beyköy 2 und die keilschriftlichen Texte bereits 1878 bei Beyköy entdeckt worden, und Abzeichnungen bzw. Übersetzungen später auf großen Umwegen in seinen Besitz gelangt. Die Bezeichnungen HL Beyköy 1–4 wurden von Eberhard Zangger und Frederik C. Woudhuizen eingeführt, wobei sie mit dieser Nomenklatur an die von Ramsay entdeckte, als Beyköy-Text bezeichnete Inschrift anknüpften. Kurz nach der Publikation der vermeintlichen Abzeichnungen der Hieroglypheninschriften sowie des Inhalts der Keilschriftübersetzungen durch Zangger und Woudhuizen im Jahr 2017 gelangte Zangger bei der Durchsicht von Mellaarts komplettem Nachlass im Februar des darauffolgenden Jahres zu dem Schluss, dass dieser im Verlauf seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in großem Umfang Fälschungen angefertigt hatte, um seine Deutungen der kleinasiatischen Frühgeschichte zu untermauern. In der Folge distanzierten sich Zangger und Woudhuizen von der Authentizität vermeintlichen Keilschriftübersetzungen. Hinsichtlich der hieroglyphenluwischen Inschriften hielten sie jedoch an deren Echtheit fest, womit sie innerhalb der Fachwelt eine isolierte Position einnahmen. – Mehr erfahren …