Die Blumenstraßenkrawalle waren dreitägige gewalt­same Unruhen, die sich vom 25. bis 27. Juli 1872 in der dama­ligen Stralauer Vor­stadt in Berlin ereig­neten. Sie sind nach der Blumen­straße im heuti­gen Orts­teil Friedrichs­hain benannt. Die Straße war Aus­gangs­punkt eines Kampfes zwi­schen Fabrik­arbeitern, Hand­werks­gesellen und Obdach­losen einer­seits und der Berliner Polizei anderer­seits. Anlass war zum einen die Unzu­frieden­heit über hohe Miet­preise und damit verbun­dene häufige Zwangs­räumungen, bei denen Mieter samt Mobiliar auf der Straße lande­ten. Ein weiterer Anlass des Wider­standes war das Nieder­reißen von slum­artigen Baracken­siedlungen durch Polizei und Feuer­wehr sowie die als demüti­gend empfun­dene Einwei­sung in das Arbeits­haus am Ale­xander­platz, der damals einzi­gen kommu­nalen Not­unter­kunft für Obdach­lose. Die sozial­demo­krati­schen Parteien, Zei­tungen und auch Gewerk­schaften distan­zierten sich von den Unruhen. In der For­schung besteht Unklar­heit darüber, ob die Aus­schrei­tung, wie es die Zeit­genossen viel­fach taten, weiter­hin als bloßer „Krawall“ oder neutra­ler als Protest bezeich­net werden sollte. – Mehr erfahren …