Der Kölner Totentanz ist ein Werk­zyklus von Harald Naegeli, dem „Sprayer von Zürich“. Er sprühte Anfang der 1980er Jahre lebens­große Skelett­figuren im Kölner Stadt­raum, die meist inner­halb kürzester Zeit vom städti­schen Amt für Unter­haltung beseitigt wurden. Nur das Skelett am zuge­mauer­ten West­portal der romani­schen Kirche St. Cäcilien, in der das Museum Schnüt­gen beheima­tet ist, wurde als Kunst­werk aner­kannt und über die Jahr­zehnte seines Bestehens erhalten, restau­riert und 1989 sogar von dem Künst­ler selbst erneuert. Dieses Skelett wird mit­unter auch als Tödlein bezeich­net. Weitere Graffiti der Serie sind nur durch zeit­genössi­sche Foto­grafien doku­men­tiert; verein­zelt lassen sich extrem verwa­schene Reste finden. Die bekann­ten Exem­plare des Toten­tanzes lassen sich in verschie­dene Typolo­gien ein­teilen. Die meisten haben – der Kunst­histori­kerin Kim Mildebrath zufolge – keine Attri­bute, son­dern stehen für sich allein. Es sind gesprühte Strich­figuren in meist schwar­zer Farbe in unter­schied­lichen Ausfüh­rungen. Naegelis Toten­tanz lässt sich als Zyklus in der Rück­schau – wie viele andere Werke der Street­art – nur foto­grafisch nach­voll­ziehen und vermitteln. Der Künstler selbst fotogra­fierte seine Kölner Arbeiten nie. – Mehr erfahren …