Abolhassan Banisadr (persisch ابوالحسن بنی صدر, DMG Abū l-Ḥasan Banī-Ṣadr; geb. 22. März 1933 bei Hamadan; gest. 9. Okto­ber 2021 in Paris) war ein irani­scher Ökonom und Politiker. Er gehörte zu den Vor­denkern der Islami­schen Revolu­tion und war der erste gewählte Präsident des Iran. Er nahm an den Protesten im Juni 1963 teil. Anschlie­ßend ging er zum Studium nach Paris, wo er zu einem führenden Intellek­tuellen der iranischen Exil­opposi­tion wurde. Ab den frühen 1970er Jahren betätigte er sich als islami­scher Wirt­schafts­theore­tiker und Ideologe und agitierte für Ajatollah Chomeini als Anfüh­rer einer Revolu­tion gegen das Pahlavi-Regime. Als Chomeini, der sich bis dahin im Irak aufgehalten hatte, im Oktober 1978 des Landes verwiesen wurde, holte Banisadr ihn nach Paris und beriet ihn dort bei seinen Kontakten mit der west­lichen Presse. Chomeini nahm Banisadr in seinen Islami­schen Revolutions­rat auf. Während seiner Präsident­schaft verlor Banisadr die Macht aller­dings inner­halb kurzer Zeit an die Parlaments­mehr­heit der klerikal dominier­ten Islamisch-Republi­kanischen Partei (IRP). Seine Amts­enthe­bung im Juni 1981 brachte das Land an den Rand eines Bürger­kriegs und schloss die Periode des Über­gangs von der Pahlavi-Dynastie zur Islami­schen Republik ab, in der die Macht der schiiti­schen Geist­lichen bereits domi­nierend, aber noch nicht absolut war. – Mehr erfahren …