Ettore Majorana (* 5. August 1906 in Catania, Sizilien/Italien; verschollen Ende März 1938) war ein italienischer Physiker. Seine wichtigsten Arbeiten beschäftigten sich mit der Kernphysik und relativistischen Quantenmechanik, mit Anwendungen insbesondere in der Theorie der Neutrinos. Im Winter 1932/33 lernte er den amerikanischen Quantenphysiker Eugene Feenberg (1906–1977) von der Harvard University kennen, mit dem er durch Europa reiste, zunächst nach Leipzig. Wegen der bedrohlichen Lage in Deutschland mit Beginn des Nationalsozialismus wurde Feenberg von seiner Universität zurückberufen. In seinem halben Jahr in Leipzig 1933 lernte Majorana Heisenberg kennen und besuchte dessen Seminare. Auf Anregung Heisenbergs veröffentlichte er seine Arbeit über Kernphysik in der Zeitschrift für Physik. Majorana reiste weiter nach Kopenhagen und lernte dort Niels Bohr kennen. Sein Verschwinden im Frühjahr 1938 löste lang anhaltende Spekulationen über einen möglichen Selbstmord und seine Motive aus. Der italienische Physiker Antonino Zichichi hält ein Untertauchen Majoranas in einem italienischen Kloster für am wahrscheinlichsten. Nach ihm sind die Majorana-Fermionen benannt. – Mehr erfahren …