Die Jagdspinnen (Pisauridae), auch Raubspinnen genannt, bilden eine arten­reiche Familie innerhalb der Ordnung der Web­spinnen. Die Arten der Familie sind vorwiegend in den tropischen und sub­tropischen Gebieten der Welt verbreitet. In Mittel­europa sind drei Vertreter der Familie anzutreffen: die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus), die Gerandete Wasser­spinne (Dolomedes plantarius) und die Listspinne (Pisaura mirabilis). Die Biologie der Jagdspinnen weist viele Gemeinsamkeiten mit anderen zur Überfamilie der Wolfspinnenartigen (Lycosoidea) zählenden Spinnen auf. Es handelt sich zumeist um freilaufende Spinnen, deren Mehrheit demzufolge kein Spinnennetz anlegt, sondern als Lauerjäger auf Beute wartet. Die Arten der Uferjäger (Dolomedes) vollführen eine für Spinnen einzigartige amphibische Lebensweise und bewegen sich nicht selten auf der Wasseroberfläche fort. Genauso können Arten dieser Gattung etwa bei Störungen auch unter Wasser tauchen und dort im Falle einiger Arten auch über eine Stunde verweilen. Jagdspinnen besitzen wie viele Spinnen der Wolf­spinnen­artigen ein vor der Paarung auftretendes ausgeprägtes Balzverhalten, das sich nicht selten aus jeweils arteigenen Bewegungen der Geschlechts­partner zusammensetzt. Das Männchen der Listspinne übergibt sogar ein erlegtes Beutetier als „Brautgeschenk“ an das Weibchen. Der einige Zeit nach der Paarung von den weiblichen Jagdspinnen angelegte Eikokon wird vom Weibchen in einem selbst angelegten und charakteristischen Brut­gespinst befestigt und dort bewacht. – Mehr erfahren …