Der Anfang des Philebos in der ältesten erhaltenen mittelalterlichen Handschrift, dem 895 geschriebenen Codex Clarkianus (Oxford, Bodleian Library, Clarke 39) Der Philebos (altgrie­chisch Φίληβος Phílēbos, latini­siert Philebus) ist ein in Dialog­form ver­fass­tes Werk des griechi­schen Philo­sophen Platon. Wieder­gege­ben wird ein fikti­ves Ge­spräch von Platons Lehrer Sokra­tes mit den beiden jungen Athe­nern Phile­bos und Protar­chos. Das Haupt­thema ist die ethi­sche Bewer­tung der Lust. Phile­bos und Protar­chos sind Hedonis­ten, sie be­trach­ten die Lust als höchs­ten Wert und setzen sie mit dem schlecht­hin Guten gleich. Sokra­tes ver­tritt die Gegen­posi­tion, für ihn haben Ver­nunft und Ein­sicht Vor­rang. Die Be­rechti­gung und den Wert der Lust bestrei­tet er zwar nicht, doch zeigt er die Ver­schieden­artig­keit der Lüste auf und tritt für eine dif­feren­zierte Beurtei­lung ein. Der Phile­bos gilt als einer der an­spruchs­volls­ten Dia­loge Platons. In der moder­nen For­schung findet beson­ders die von Sokra­tes vorge­nom­mene Eintei­lung alles Seien­den in vier Klassen viel Beach­tung. Erör­tert wird unter anderem das Ver­hält­nis dieser Klassi­fizie­rung zu Platons Ideen­lehre und zu seiner „unge­schriebe­nen Lehre“ oder Prinzipienlehre.  – Mehr erfahren …